Jahresbericht 2009
Wie in jedem Jahr führten wir wieder eine Vielzahl von naturpraktischen Aktionen durch: Am Anfang des Jahres wurden zum wiederholten Male im Biotop des Regenrückhaltebeckens am Knisterbach junge Erlentriebe, die ständig das Gewässer zu überwuchern drohen, entfernt und gleichzeitig der Ort vom abgelegten Unrat befreit. An einem zweitenTermin wurde ganz in der Nähe am Hof Roggenkamp eine Vogelschutzhecke „auf Stock“ gesetzt.
Im Frühjahr begannen wir unter der Koordination der ehrenamtlichen Helferin des Hospizvereins Gütersloh Petra Ibrügger und der fachlichen Beratung des Gartenbauarchitekten Wolfgang Blankert aus Steinhagen mit der naturnahen Umgestaltung des Gartens an der Hochstraße. Mittelpunkt dieses Gartens wurde eine verzweigte Trockenmauer, für die alleine ca. 26 Tonnen an Sandsteinen bewegt und geschichtet wurden. Ein dabei entstandenes Hochbeet wurde u.a. mit blühenden und stark duftenden Pflanzen versehen. Nun können die Hospizbewohner, im Bett liegend, den Insekten bei ihrer emsigen Arbeit zuschauen und gleichzeitig wohltuende Gerüche intensiv wahrnehmen. In einer ebenfalls angelegten Blänke wird das Regenwasser der Dachflächen des Gebäudes versickert und es entsteht hier ein zusätzliches Feuchtbiotop. Weitere naturpraktische Aktionen in dem Hospizgarten sind für die nächsten Jahre noch geplant.
Ende April öffnete die Stadt Rietberg das Gelände der ehemaligen Landes-gartenschau für Besucher. Die GNU beteiligte sich wiederum mit ihrem dortigen Naturgarten und entsprechenden Informationsständen an diesem Nachfolgeprojekt. Die Ortsgruppe Gütersloh unterstützte mit ehrenamtlichen Helfern diese Aktionen, die hauptsächlich an den Wochenenden durchgeführt wurden.
Am 17.5.2009 boten wir für alle Interessierten eine Radtour zum Steinhorster Becken an. Vor Ort folgte eine fachkundige Vogelführung unter der Leitung von Herrn Edenfeld aus Rietberg. Es gelang uns, die dortigen Nachtigallen beim Singen zu beobachten.
Im Rahmen der Ferienspiele fand im August unter der Leitung von Thomas Bierbaum wieder die beliebte Fledermausnacht statt. Über 180 Teilnehmer gaben uns Recht, diesen Dauerbrenner bei Jung und Alt immer wieder anzubieten. Wir trafen uns diesmal in der Weberei, um den Kindern durch die beliebte Fütterung von Pflegetieren, hautnahe Beobachtungen zu ermöglichen. Nach der Vorführung eines Filmes, wurden anschließend die Flattertiere in der Dunkelheit beim Jagen von Insekten über der Dalke bestaunt.
Im August nahmen wir an einer Anti-Atom-Demo in Gütersloh, die von der Gruppe atac organisiert wurde, teil. Hierbei wurden vor den Fraktionsgeschäftsstellen der CDU und der FDP symbolisch „Atommüllfässer“ abgeladen.
Am 21.9.2009 beteiligten wir uns an einer weiteren, größeren Anti-Atom-Demo in Gütersloh, die von mehreren Umweltverbänden und Parteien organisiert wurde und von den Stadtwerken zum Berliner Platz zu einer Kundgebung führte.
Zu allen naturpraktischen Veranstaltungen laden wir stets unsere Freunde, die Bewohner der Wohnstätte „Kiebitzhof“ ein, um ihnen wichtige Naturerfahrungen zu ermöglichen. Ganz besonders freuten sich diese auf das jährliche Säubern „ihrer“ ca. 30 Nistkästen Ende September, die von uns im Garten und direktem Umfeld dieser Behinderteneinrichtung aufgehängt wurden.
Auf dem alljährlichen Erntedankfest dieser Wohnstätte für Behinderte haben wir wieder mit Kindern und Eltern einfache Nisthilfen für Wildbienen angefertigt. Im benachbarten Zelt informierten wir die interessierte Öffentlichkeit über die ganz „junge“ Kindergruppe unserer Ortsgruppe, die sich auf dem Biohof Roggenkamp trifft, um dort naturpraktische Aktionen durchzuführen.
Am 20.10.2009 zeigte die GNU als Mitveranstalter den Film „Mit Gift und Genen“ im Kino Bambi-Löwenherz. Anschließend fand eine Diskussion unterstützt durch den Biobauern Herrn Künsemöller über Gentechnik in der Landwirtschaft statt.
Ein weiteres Projekt der Gütersloher GNU-Gruppe war das kostenlose Busfahren:
Nachdem im Februar 2009 im Haushalt der Stadt Gütersloh 35.000 Euro nach Aussage der Verwaltung für eine Machbar-keitsstudie vorgesehen waren, drängte die GNU in zahlrei-chen Gesprächen und Schreiben an die Bürgermeisterin und alle Fraktionen auf eine baldige Beauftragung externer Verkehrsexperten. Hierzu konnte man sich bis zu den Sommerferien allerdings noch nicht entscheiden und es war zu vermuten, dass das Thema nach den Wahlen beerdigt werden würde. Darum entschlossen wir uns über Presse, Radio Gütersloh, den WDR und das Gütersloher Fernsehen, die Gütersloher Bevölkerung darüber zu informieren, dass die CDU mit einer Stimme Mehrheit im Planungsausschuss eine Machbarkeitsstudie verhindern wolle. Alle anderen Parteien waren für eine Untersuchung der Chancen und Kosten eines Nulltarifs in Gütersloher Bussen.
Um den Druck vor der Wahl noch zu erhöhen, wurden an zahlreichen Infoständen in der Fußgängerzone rund 1.300 Unterschriften gesammelt, die der Bürgermeisterin vor der Planungsausschusssitzung am 20.8.2009 übergeben und in dieser von Herrn Zirbel vorgelegt wurde. Das Interesse der Öffentlichkeit an dem Thema und der massive Druck der anderen Parteien bewog die CDU schließlich, sich an einer Arbeitsgruppe zu beteiligen, in der die Erarbeitung eines dringend notwendigen Gesamtkonzeptes für den Öffentlichen Nahverkehr in Gütersloh, und wenn möglich sogar kreisweit, angegangen werden soll. Hierzu wird die Verwaltung im Februar 2010 auch die GNU zu einem Workshop einladen.
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