Rückblick 2008
Wie in jedem Jahr führten wir wieder eine Vielzahl von naturpraktischen Aktionen durch: Am Anfang des Jahres wurden im Biotop des Regenrückhaltebeckens am Knisterbach junge Erlentriebe, die ständig das Gewässer zu überwuchern drohen, entfernt und gleichzeitig der Ort von Unrat befreit. An einem 2. Termin wurde ganz in der Nähe am Hof Roggenkamp eine Kopfweidenhecke geschnitten. An zwei weiteren Stellen in Gütersloh sorgten wir im Frühjahr mit Krötenzäunen für den Amphibienschutz.
Ebenfalls im Frühjahr verwirklichten wir die schon lange geplante Pflanzung einer Wildsträucherhecke am Kreishaus. An insgesamt drei Pflanzterminen wurden ca. 290 einheimische Gehölze von GNU-Aktiven der Ortsgruppe Gütersloh fachmännisch gesetzt und anschließend bewässert. Das Kreisumweltamt, der Bauhof und das Katasteramt unterstützten die Aktion vorbildlich. Die heimischen Insekten, Kleinsäuger und Vögel werden sicher schnell das neue Biotop entdecken und bevölkern.
Ende April begann in Rietberg ein Großereignis in OWL mit der Landesgartenschau. Die GNU beteiligte sich mit einem vielfältigen Naturgarten und entsprechenden Informationsständen an der LGS und war damit eine beliebte Anlaufstelle und „grüne Oase“ für naturinteressierte Besucher. Es gab durchweg Lob und Anerkennung von allen Seiten für diese gelungene Darstellung. Die Ortsgruppe Gütersloh unterstützte mit vielen ehrenamtlichen Helfern diese Aktionen, die hauptsächlich an den Wochenenden durchgeführt wurden. So wurde u. a. im Mai eine organisierte Fahrradtour von Gütersloh zum LGS-Gelände angeboten.
Traditionsgemäß fand im August unter Leitung von Thomas Bierbaum wieder unsere beliebte Fledermausnacht statt, ein Dauerbrenner bei jung und alt.
Zu allen naturpraktischen Veranstaltungen laden wir stets unsere Freunde, die Bewohner der Wohnstätte „Kiebitzhof“, ein, um ihnen wichtige Naturerfahrungen zu ermöglichen. Ganz besonders freuten sich diese auf das jährliche Säubern „ihrer“ ca. 30 Nistkästen im Oktober, die von uns im Garten und direkten Umfeld dieser Behinderteneinrichtung aufgehängt wurden. Auf dem alljährlichen Erntedankfest der Wohnstätte für Behinderte waren wir wieder mit einem Infostand über Wildbienen vertreten.
Im November kam es zu einer konzertierten Naturaktion zwischen den Helfern der GNU, dem Kreisumweltamt und dem GNU- Mitglied Ruth Imm, einer Anwohnerin in Pavenstädt am Waterkamp. Dort wurden am 15. November auf einer Wiese 45 unterschiedliche Obstbaumsorten, die zu 80% vom Kreisumweltamt finanziert wurden, gepflanzt. Gleichzeitig wurde das Areal mit 275 Wildsträuchern in Form eines Vogelschutzgehölzes mit Benjeshecke eingesäumt.
Neues vom kostenlosen Busfahren:
Im Januar 2008 stellte die GNU den Antrag, dass die Verwaltung untersuchen möge, wie kostenloses Busfahren in Gütersloh eingeführt werden kann. Im Hauptausschuss wurde einstimmig beschlossen, den Antrag an den Planungsausschuss weiter zu leiten. Es wurden zahlreiche Gespräche mit Politik, Verwaltung und den Stadtwerken geführt.
Im November überzeugten sich Adelheid Bormann und Angelika Daum während eines privaten Besuches in der belgischen Stadt Hasselt, einer mit Gütersloh strukturell vergleichbaren Stadt (jedoch mit 75.000 Einw. kleiner), wie das kostenlose Busfahren dort funktioniert und sich auswirkt. Obwohl sie sich seit Jahren mit dem Bussystem dort theoretisch befassen und eigentlich dachten „gut im Thema“ zu sein, war das Erleben vor Ort einfach unbeschreiblich. Diese Stadt „lebt“ und man merkt auch als Besucher in allerkürzester Zeit, wie einfach dieses Bussystem ist und wie hier ein Gesamtkonzept funktioniert, das verschiedene Faktoren (Verkehr, bauliche Gegebenheiten, Gastronomie, Einzelhandel und Bewohner) genial kombiniert hat.
Im Stadtkern gibt es 700 Läden jeder Qualität und Preislage, zwei Einkaufscenter, zahlreiche Restaurants und Kneipen und das neben dem ganz alltäglichen Wohnen in hübschen Backsteinhäusern oder alten Villen. Eine Wirtschaftsstudie hat bewiesen, dass diese Entwicklung Hasselts zur drittgrößten Handelsstadt Belgiens auf das für alle kostenlose Bussystem zurückzuführen ist.
Im Dezember, nach dem 1. Bericht der Verwaltung, wurde seitens der Politiker der vorgeschlagenen Vorgehensweise zugestimmt. Ob die von der GNU gewünschte Machbarkeitsstudie an externe Planungsbüros vergeben wird, hängt davon ab, ob die Politiker die dafür im Haushalt 2009 veranschlagten Kosten von 35.000 Euro bewilligen werden. Da die Verwaltung das Projekt aus personellen Gründen nicht weiter bearbeiten kann, würden die Politiker mit ihrer Entscheidung die Weichen stellen für eine positive Entwicklung der Stadt Gütersloh, die mit der Einführung des kostenlosen Busfahrens die Lebensqualität entscheidend verbessern würde und beispielhaft einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte. Dieser Standpunkt der GNU wird den Entscheidungsträgern Anfang Januar 2009 nochmals in einem entsprechenden Schreiben verdeutlicht.
Seitenanfang