Kostenloses Busfahren Gütersloh 2010

Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der drei Workshop-Sitzungen zur Weiterentwicklung und Attraktivierung des ÖPNV. Moderiert und begleitet wurde der Workshop von externen Verkehrsplanern.
Die rund 30 Teilnehmer, darunter Vertreter aller Parteien, der Verwaltung, des VVOWL und etlicher anderer Interessenverbände hatten Gelegenheit, Wünsche, Ideen und Meinungen einzubringen und die Beiträge anschließend zu gewichten nach der Frage: Was sollen die Verkehrsplaner genauer untersuchen?
Hierbei konnte ich erklären, warum die GNU zwar weiterhin das kostenlose Busfahren bevorzugt, wir uns aber in Zeiten leerer Kassen auch ein Tagesticket von 1 Euro vorstellen könnten. Anhand der öffentlichen Stadtwerke-Bilanz konnte ich nachweisen, dass alle Bemühungen der Stadtwerke zu nicht mehr Fahrgästen als vor 1988 geführt haben.
Von Herrn Artschwager (moBiel) wurde meine Rechnung bestätigt, dass lediglich bei einer Verdopplung der Fahrgastzahlen mit einem 1 Euro - Tagesticket der Busverkehr in Gütersloh schon kostendeckend fahren könnte. Voll wären die Busse dabei immer noch nicht.
In Detmold hat das Umwelt- Monats Abo für 28,50 Euro u.a. zu einer vierfach höheren Fahrgastzahl geführt.
Die anschließende Gewichtung zeigte, dass die Untersuchung der „Wirtschaftlichen Auswirkung des 1-Euro-Tagestickets“ mit Abstand von größtem Interesse war. Es folgten weitere Fragen und Vorschläge zur Erhöhung der Fahrgastzahlen.
In der letzten Sitzung des Workshops im Dezember wurde in der Diskussion um die Einnahmen der Stadtwerke wohl allen deutlich, dass an der Art und Weise der Einnahmen-Verteilung samt Ausgleichszahlungen an die anderen Verbundteilnehmer vor allem anderen Grundsätzlich etwas geändert werden muss.
Aber nicht nur der geringe Fahrpreis ist für den Umstieg vom Pkw auf den Bus ausschlaggebend, sondern auch ein straff geführtes Liniennetz mit kurzen Fahr- und Taktzeiten. Das hatten wir ja 2008 selbst in der belgischen Stadt Hasselt ausprobiert. In einer Präsentation konnte ich deren genial einfaches Liniennetz vorstellen, das durch ein Ringsystem teilweise zu Taktzeiten von 5 min und darunter kommt. Eine Übertragung auf Gütersloher Verhältnisse ist vorstellbar.
Die Vorgehensweise der Verwaltung, durch einen Workshop die Politiker und andere Interessengruppen einzubinden und so auch umfassend über die weitere Vorgehensweise und dringendsten Handlungsfelder zu informieren, zeigte Erfolg. Offensichtlich ist allen deutlich geworden, dass der ÖPNV in einem Gesamtkonzept dringend attraktiver entwickelt werden muss. Die genaue Planung und Umsetzung - das haben wir gelernt – wird noch Jahre dauern.
Im Planungsausschuss am 20.01.2011 wünschten CDU und Grüne im Haushaltsentwurf unter der Zielformulierung die Begriffe „Attraktivitätssteigerung“ und „Fahrgastzahlerhöhung.“ Die Bereitstellung der notwendigen Gelder wird zeigen, wie ernst es gemeint ist.

 

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