Kostenloses Busfahren

Bei den Recherchen für die Beiträge zur Broschüre „GNU - Modellregion OWL“ wurden wir auf „Das andere Busfahren“ im belgischen Städtchen Hasselt aufmerksam.
Schnell war die Idee geboren, sich näher mit dem Busmodell  zu befassen, das der pfiffige Bürgermeister der Stadt Hasselt mit Verkehrsexperten entwickelt hatte und das sich bereits in kürzester Zeit zu einem Renner entwickelte.

Marion Ernsting und eine Freundin schauten sich das Bussystem in Hasselt an, kamen mit Informationsmaterial wieder und berichteten anschließend begeistert über ihre Erfahrungen mit dem kostenlosen Busfahren in Hasselt. Wir streckten „die Fühler“ nach Experten im hiesigen Raum aus. Professor Dr. Roland Sossinka von der Uni Bielefeld sowie Dr. Karl-Otto Schallaböck vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie lieferten mit ihren Vorträgen die Grundlagen für das Konzept der GNU. In der zweiten Phase stellte die GNU ihr Vorhaben Mitarbeitern des Verkehrsverbundes OWL vor.

Nun galt es, der Stadt Gütersloh die Möglichkeiten für eine alternative Verkehrspolitik vorzustellen.

Bürgermeisterin Unger wurde um ein Gespräch gebeten, das im Juni 2007 mit Herrn Stadtbaurat Löhr im Rathaus Gütersloh und Marion Ernsting sowie Angelika Daum stattfand. Es stellte sich heraus, dass auch im Rathaus Gütersloh über eine andere Mobilität bereits nachgedacht worden war und die Bürgermeisterin teilte mit, dass man sich für das Modell von Chateauroux interessiere. Trotzdem wurde das schriftliche Verkehrskonzept aus Hasselt der Bürgermeisterin übergeben, da es nicht nur das kostenlose Busfahren beinhaltet, sondern außerdem umfassende Überlegungen für ein Fahrrad -, Fußgänger - und Parkkonzept. (Hierdurch erklärt sich vermutlich der größere Erfolg der Hasselter Verkehrspolitik gegenüber der in Chateauroux.)

Nach dem konstruktiven Gespräch wurde seitens der GNU der Wunsch geäußert, dass man sich im Gütersloher Rathaus auch mit diesem Konzept auseinander setzen möge. Aber bis zum Herbst 2007 hatten leider nicht einmal die Fraktionen Kenntnis davon bekommen.

Deshalb beschlossen Angelika Daum und Adelheid Bormann, beide Konzepte allen Fraktionen der Stadt Gütersloh vorzustellen, was dann auch bis Januar 2008 geschah.
Diese Information erfolgte auch noch an den Einzelhandelsverband der Stadt Gütersloh.

Gleichzeitig entschloss sich die GNU der Sache durch einen Bürgerantrag (siehe unten) noch mehr Schwung zu geben.
Der Hauptausschuss der Stadt Gütersloh befasste sich im Februar 2008 mit der Thematik und es war sehr erfreulich zu hören, dass durchweg alle Fraktionen den Bürgerantrag sehr begrüßten und ihm sehr positiv gegenüber eingestellt sind.

Zudem fand im April auch ein sehr ausführliches Gespräch bei den Stadtwerken Gütersloh mit Herrn Artschwager und Frau Hanitzsch sowie Marion Ernsting, Angelika Daum und Adelheid Bormann statt.

Der Planungsausschuss der Stadt Gütersloh befasste sich dann im April mit dem Bürgerantrag der GNU und erbat sich einen Überprüfungszeitraum von ca. einem Jahr, um die Möglichkeiten eines neuen Mobilitätskonzeptes für die Stadt Gütersloh zu überprüfen. Im Vorfeld zur Planungsausschusssitzung hatte Marion Ernsting Kontakte zu mehreren renommierten Planungsbüros hergestellt. Es ist Wunsch der GNU, dass „über den Tellerrand hinaus geschaut wird“ und vor allen Dingen Fachbüros für Verkehrsplanung von außerhalb mit einbezogen werden. Deshalb wurden die Informationen zu den Planungsbüros an alle Fraktionen und die in der Verwaltung mit dem Thema befassten Mitarbeiter weitergeleitet, mit der Bitte, das Fachwissen der genannten Planungsbüros zu nutzen.

Die Installation des kostenfreien Busfahrens in Gütersloh wäre ein wichtiger Schritt zu mehr Glaubwürdigkeit in der Politik, indem auf lokaler Ebene nicht nur über den Kampf gegen den Klimawandel geredet, sondern effektiv und nachhaltig gehandelt würde.

 

 

Den Antrag zur Einführung eines kostenlosen Bussystems in Gütersloh und eine ausführliche Erläuterung finden Sie hier.