Kleintiertrasse Horstwiesenweg

Als Ausgleich für die Flächenversiegelung durch ein neues Wohngebiet wurde im Jahr 2000 durch die Stadt Rheda-Wiedenbrück in Absprache mit der GNU am Horstwiesenweg in Wiedenbrück eine ökologisch wertvolle Fläche erstellt.

Entstanden ist ein querungsfreier Wanderkorridor für Kleintiere (Amphibien, Igel u. a.). Die in den umliegenden Gärten bis zur Rietberger Straße lebenden zahlreichen Amphibien nutzen diese Fläche, um unbeschadet zu ihren Laichgewässern zu gelangen.

Sonnig-sandiges Biotop für Insekten und Vögel
Neben vier verschiedenen Amphibienarten nutzen zahlreiche Insekten die Ausgleichsfläche als Lebensraum. Gewöhnliche Grashüpfer (Heupferdchen), Solitärbienen, Schlupf- und Grabwespen, Honigbienen und Hummeln suchen an den vielen Blumen auf diesem mageren Standort nach Nahrung und bauen z. T. ihre Brutröhren. Sehr auffällig sind die gelbschwarze Wespenspinne und der seltene Sandlaufkäfer.

Von den vielen Insekten profitiert vor allem der Grünspecht. Dieser auch als Erdspecht be­zeichnete Vogel braucht kurzwüchsige Rasenflächen, um Nahrung zu finden. Hochstehende Wiesen meidet er.
Fasane und Sperlinge nutzen die offenen Sandflächen für ein Staubbad.

Refugium seltener Wildkräuter
Inzwischen haben sich auf der Fläche wieder Gräser und Blumen eingefunden, die vor dem Bau der Siedlung am früheren Bahndamm (jetzt Radweg) und an den Ackerrainen geblüht haben. Den optischen Mittelpunkt des mit Hasenklee und Ausdauerndem Knäuel bewachsenen Gebietes bildet eine Natursteinmauer, die von GNU-Mitgliedern errichtet wurde.

Blumen wie Bergsandknöpfchen und Wegwarte (blau), rosa Malven, Leinkraut und Färberkamille (gelb), rote Büschelnelke ergeben einen hübschen Kontrast zu den hellen Sandsteinen.
Mit dem Bau der Mauer verbindet die GNU die Hoffnung, dass die Eidechsen zurückkehren. In den Nischen finden sie, wie früher im Schotter am Bahndamm, Verstecke und Sonnen­plätze.

Schutzkonzept und Pflege
Die Ausgleichsfläche wird von der GNU gepflegt. Unterstützung erfährt sie dabei von den Anwohnern ringsum, welche die Fläche als Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere akzeptie­ren und schützen. Wer Interesse hat, bei der Pflege der Fläche mitzuhelfen, kann sich bei der GNU melden.