Jahresbericht Rietberg 2011
Im Frühjahr stand der Artenschutz im Vordergrund. Zusammen mit der Biostation und der Martinschule wurde ein Projekt initiiert, mit dem die Lebensbedingungen für Schwalben verbessert werden sollen. Schwalben haben es zunehmend schwerer, da sie ihre Nester in oder an Gebäuden bauen und immer weniger Hausbesitzer finden, die ihnen Unterschlupf gewähren. Die unerwünschten Hinterlassenschaften können aber mit Kotbrettern abgefangen werden, so dass sich ein entspannteres Verhältnis einstellen kann. Dank der Unterstützung durch die Presse konnten 25 Nisthilfen vermittelt werden. Ein besonderes Erlebnis war auch der Besuch einer Familie in Bokel, die an und im Stall über 30 Schwalbennester beherbergt und das seit Jahrzehnten! Insgesamt wurden in mehreren Ortsteilen in Rietberg Schwalben beobachtet, deren Bestände noch weiter ermittelt und beobachtet werden sollen.
Weniger gezeigt haben sich im Jahr 2011 allerdings die Kröten. Die nächtliche Sperrung der Teichwiesenstraße während der Amphibienwanderung klappt dank standfester Schranken-anlagen nun sehr gut. Leider war das Frühjahr aber so trocken, dass die Amphibienwanderung nicht so recht in Gang kommen wollte.
Anfang April hat Herr Walter von der Biostation im Rahmen unserer „Entdeckungstouren“ eine ornithologische Führung durch die Emsniederungen durchgeführt. Diese war sehr gut besucht.
Der Sommer war geprägt von der Pflege unseres Naturgartens, der wieder üppig blühte. Überraschenderweise bekamen auch einige Verkehrsinseln in Rietberg in diesem Jahr einen neuen Flor aus einer bunten Blütenmischung, der uns noch bis spät ins Jahr hinein erfreut hat. Vielen Dank für diese bunten Flecken im Asphalt! Wir hoffen auf ein Wiedersehen!
Bunt ging es auch im politischen Bereich zu. So sorgten die Planung des Kartoffel-Kreisels und der Antrag für den REWE-Neubau auf der ortsnahen, privaten Grünfläche in Neuenkirchen für Wirbel. Mit dem Bau des Kreisels verbindet sich für uns die Hoffnung, dass die Verkehrssituation in Neuenkirchen so weit entlastet werden kann, dass der Bau einer Ortsumgehung überflüssig wird. Um aber zumindest die ortsprägende und ökologisch wertvolle Kastanie zu erhalten, kam in einem Gespräch zwischen der Stadt und der GNU vor einigen Jahren der Vorschlag auf, den Kreisel um den Baum herumzuführen. Offensichtlich fand diese Idee Freunde. Dass es in diesem Jahr aber zu wochenlangen Unruhen wegen einer nicht mehr bestehenden Finanzierungsmöglichkeit kam, ist bedauerlich. Wenn nun auch keiner mehr weiß, wie er bezahlt werden soll, ist der Kreisel aber wenigstens jetzt planerisch gesichert. Die Ortsumgehung dagegen fiel derweil dank der Straßenstreichliste des Landes NRW erst einmal vom Tisch. Die Weichen für den REWE-Markt wurden trotz der ohne den Kreisel schwierigen Verkehrssituation gestellt, in dem für eine Änderung des Bebauungsplanes gestimmt wurde.
Die Ereignisse um den Antrag der RWE, ein Umspannwerk im Laumoor in Mastholte zu errichten, haben für weiteren Unmut gesorgt. In der Tat handelt es sich hierbei um ein privilegiertes Verfahren, bei dem die Beteiligungsrechte beschränkt sind. Auch muss das Leitungsnetz sicherlich zukunftsfähig gemacht werden. Aber muss ein unter Hochspannung stehendes Umspannwerk ausgerechnet auf einer regelmäßig überschwemmten Fläche stehen? Noch dazu, wenn es zumindest eine akzeptablere Alternative gibt. Die Frage nach der Alternativenprüfung wurde im Beirat von den Vertretern der RWE einseitig und ohne wirklich nachvollziehbare Begründung beantwortet. Demnach sei es nur im Laumoor technisch möglich, die umliegenden Gewerbegebiete ordentlich zu versorgen. Angesichts einer doch größeren Erwartungshaltung an die Fähigkeiten eines technischen Großunternehmens, konnte dies nicht überzeugen. Hinzu kam noch die Kenntnis, dass die Fläche im Laumoor vor der Alternativenprüfung bereits von RWE gekauft wurde. Trotz der Ablehnung durch den Beirat hat RWE den Bauantrag für das Umspannwerk im Laumoor aber mittlerweile gestellt.
Ein Lichtblick war die Eröffnung des Klimaparks am 9. Juli 2011, in dem der Besucher Informationen rund um das Thema Klimaschutz und regenerative Energien erhält. Positiv hieran sind nicht nur sehr zukunftsorientierte Themen wie Solarspeicher und Elektroautos, sondern vor allem das Bekenntnis zum Klimaschutz und der Wille der Stadt, aktiv hieran zu arbeiten. Diesbezüglich gab es im Jahr 2011 bereits einige Workshops zur Ideensammlung.
Ein Beitrag von Seiten des Umweltschutzes ist ebenfalls geplant.
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