Jahresbericht Steinhagen 2011

Wie in den vergangenen Jahren, so hat die GNU-Steinhagen auch 2011 auf einige Besonderheiten in Natur und Landschaft des Kreises Gütersloh aufmerksam gemacht: Am 19 Februar bot sie eine Wanderung zu den Resten des ehemaligen Steinkohlebergbaus bei Borgholzhausen an, die von dem Bergwerksforscher Hans-Joachim Sternberg geleitet wurde. Am 17. 7. stand erneut eine Exkursion in das NSG Vennheide auf dem Programm, diesmal auf der Spur der Spinnen, deren Lebensweise und ökologische Funktionen der Spinnen-Experte Sven Zähle erläuterte.

Bei einer weiteren Veranstaltung am 7. 4. beschäftigte sich die GNU-Steinhagen erneut mit dem Thema Biogasanlagen. Interessierte konnten sich über die große Biomethangasanlage in einem Steinbruch bei Künsebeck informieren, die mit nachwachsenden Rohstoffen, vor allem Mais beschickt wird.

 

Der Arbeitsschwerpunkt der GNU-Steinhagen war im vergangenen Jahr das „Integrierte Handlungskonzept Steinhagen“, das die Gemeinde im September beschlossen hat und mit dem sie in den nächsten fünf Jahren Maßnahmen zur Belebung des Ortskerns und zur Anpassung der Infrastruktur an sich ändernde Anforderungen ergreifen bzw. unterstützen will. Als GNU interessieren uns insbesondere das Freiflächen- und das Verkehrskonzept. Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, die fußläufigen Verbindungen und Fahrradwege weiter zu entwickeln, den Flächenverbrauch einzuschränken und die Grünflächen systematisch zu entwickeln und zu vernetzen. Dementsprechend haben wir zu dem Handlungskonzept Stellung genommen und mit dem in der Gemeindeverwaltung Zuständigen, Herrn Walter, diskutiert.

 

Außerdem verfolgen wir die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in unserem Bereich. Anlass dazu boten zwei Maßnahmen, zu denen wir Stellung nehmen konnten: Zunächst handelte es sich um einen Bebauungsplan, der die Möglichkeit eröffnet, einen Teil des Cronsbachs wieder freizulegen und naturnah zu gestalten (November), danach haben wir uns mit den Plänen zur Umgestaltung des Loddenbachs in Harsewinkel beschäftigt (Dezember) und in beiden Fällen Vorschläge für die konkrete Umsetzung gemacht. Bereits im Frühjahr hatten wir – wie schon 2010 – die Möglichkeit genutzt, an der Gewässerschau teilzunehmen, die alljährlich von Vertretern der Gemeinde und des Kreises durchgeführt wird.

 

Auch 2011 war die A 33 wieder „Dauerthema“ für die GNU in Steinhagen:

Obwohl der "erste Spatenstich" zum Bau der A 33 zwischen Bielefeld und Steinhagen bereits am 25. September 2009 von der politischen Prominenz gefeiert worden war, wurden Bauwerke erst sehr viel später sichtbar.

Deshalb hatte die GNU erst Anfang 2011 zu einem Schnatgang auf der Trasse der A 33 eingeladen, um sich mit den Dimensionen eines Autobahnbaus an Ort und Stelle vertraut zu machen. Trotz der Winterkälte hatten sich dazu 30 interessierte Bürger eingefunden. Sie nahmen die Gelegenheit wahr und informierten sich ausführlich bei dem auch anwesenden Projektleiter der A 33. Erste Bauwerke seien Brücken, so seine Auskunft, da sie sich über längere Zeit setzen müssen. In diesem nur 7,9 km kurzen Abschnitt 6 sind es 20 Brücken über Gemeindestraßen und Autobahn. Durch sie soll versucht werden, die Teilung von Steinhagen durch die A 33 zu mindern.

Am Beispiel der Brücke über den Foddenbach wurde die "Dimension" der A 33 deutlich gemacht: Der etwa ein Meter breite Bach - übrigens Teil des Naturschutzgebietes Foddenbach-Landbach - wird von einer 57 m langen und 29 m breiten Brücke überspannt. 200 Tonnen Betonstahl wurden verarbeitet, 4 m hohe Schutzwände aufgestellt, 4000 Kubikmeter Erde bewegt, Tag und Nacht Wasser abgepumpt, um den Baugrund bis auf 3 m Tiefe zu entwässern, damit 66 Bohrpfähle gesetzt werden können.

Wer dieses verschwiegene, zugewachsene Stückchen Erde mit seinem Bachlauf zuvor gesehen hatte, der erkannte es nicht wieder. Eine später von der GNU geführte Schulklasse wunderte sich ebenso: "So ein kleiner Bach und so eine Riesenbrücke."
Entsprechend machen die Brückenbauwerke mit ca. 25 Millionen € auch den größten Teil der Gesamtkosten von 90 Millionen € aus.

Von großem Interesse war die Gefährdung des Trinkwassers durch den Verkehr auf der A 33. Da diese Fragen jedoch nicht abschließend von dem Projektleiter beantwortet werden konnte, wurde für 2012 eine Begehung des Wasserschutzgebietes Patthorst mit einem Hydrogeologen vereinbart. Darauf wird im Exkursionskalender 2012 der GNU noch mal gesondert aufmerksam gemacht.

 

Arbeitskreis Steinhagen:
Ansprechpartner: Tel. 0 52 04 - 39 76
Treffpunkt: jeweils letzter Donnerstag im Monat, ab 19.30 Uhr
Steinhagen, "Heimathaus", Alte Kirchstr. - Dorfkern
Offen für Jedermann/frau!

Die GNU Steinhagen hat eine Stellungnahme zur Planung einer Legehennen-Batterie in Brockhagen-Kölkebeck verfasst. Eine Zusammenfassung finden Sie hier