Stadt Halle /Westfalen
Die Bürgermeisterin
Fachbereich 4
Herrn Michael Flohr
Ravensberger Straße 1
33 790 Halle 24. Januar 2012
8. Änderung des FNP "Gewerbeflächen an der A 33" und Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 56 "Gewerbegebiet an der A 33" (interkommunales Gewerbegebiet "Ravenna Park") der Stadt Halle/Westfalen.
Hier: Wegeverbindung "Patthorster Straße", die auf Steinhagener Gebiet "Schierenweg" heißt.
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrter Herr Flohr,
hiermit regen wir an, die Patthorster Straße im Haller Bereich im Zuge des BPlanverfahrens Nr. 56 abzubinden.
Begründung:
Das geplante interkommunale Industriegebiet an der A 33, das den Namen Ravenna Park erhalten soll, liegt im Ortsteil Künsebeck an der Grenze zu Steinhagen.
Nach dem bisherigen Planungsstand sollen dadurch ca. 86 ha überplant werden. Den Unterlagen ist jedoch zu entnehmen, dass zwar vorerst das Flächenkontingent ausgeschöpft ist, über eine bauliche Entwicklung dann zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden ist.
Das Industriegebiet soll einerseits über die neu zu bauende Entlastungsstraße und deren Verknüpfung mit dem vorhandenen Straßennetz, sowie die Anbindung an die A 33 durch die Auffahrt "Schnatweg" erschlossen werden.
Aus den BPlan-Unterlagen geht hervor, dass außerdem auch die "Patthorster Straße/Schierenweg" in "die Erschließung des Gewerbegebietes eingebunden" und als "Freiraumverbindung" über die A 33 hinweg in das Waldgebiet Patthorst weitergeführt werden soll. Darüberhinaus wird durch die Abbindung des "Landweges" für die dortigen Anlieger eine "Neuanbindung" notwendig.
Nach den vorliegenden Unterlagen soll deshalb neben den neuen privaten Anschlüssen auch eine öffentliche Anbindung zwischen Kreisstraße und Patthorster Straße "gesichert" werden, sozusagen als Querspange.
Angesichts der beschriebenen zusätzlichen Erschließungsfunktionen der "Patthorster Straße/Schierenweg" sind weitere Verkehrsbelastungen des Patthorster Waldes und damit seine Entwertung als Naherholungsgebiet, als Naturrefugium und Trinkwassergewinnungsgebiet zu erwarten.
Bereits 2006 hatte die Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz im Kreis Gütersloh e.V.(GNU) auf dem Schierenweg rund 900 Kfz pro Tag gezählt, obwohl dieser Weg für Kraftfahrzeuge und Motorräder gesperrt ist. Die Gesamtbelastung der Patthorst betrug in dem Jahr über 2000 Kfz pro Tag.
’Wenn nun der Wegeverbindung "Patthorster Straße/Schierenweg" sogar eine Erschließungsfunktion für das Gewerbegebiet zugewiesen wird, muss mit einer wesentlichen Erhöhung des Verkehrsaufkommens gerechnet werden, die wir für verhängnisvoll halten. Deshalb halten wir die Abbindung der Patthorster Straße für dringend geboten.
Wir appellieren an die Stadt Halle, das Naherholungsgebiet Patthorst, das auch ihres ist, vor weiterer Entwertung zu schützen, indem sie für die Erschließung des Industriegebietes andere Lösungen findet und die Nutzung des Schierenweges als Schleichweg unterbindet.
Mit freundlichen Grüßen für die GNU
gez. Dr. Helga Jung-Paarmann
Marion Ernsting
Seitenanfang