Rückblick 2007
Auch in der Steinhagener GNU-Gruppe war der Klimawandel und die Notwendigkeit, regenerative Energiequellen zu erschließen, Thema des Jahres 2007. Denn die Minderung des C02 Ausstoßes ist sicherlich eine der größten Herausforderung für die kommenden Jahrzehnte. Ein Baustein in diesen Bemühungen ist neben der Gewinnung von Energie aus Sonne-, Wind- und Wasserkraftanlagen die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen. Deshalb haben wir uns im Februar auf dem Hof Pahmeyer zeigen lassen, wie dort Raps zur Energieerzeugung und als Futtermittel produziert wird. Daran schloss sich eine rege Diskussion zu den Konsequenzen des vermehrten Anbaus nachwachsender Rohstoffe an. Am Beispiel des Hofes Pahmeyer wurde uns deutlich, mit welchem technischen und energetischen Aufwand (Maschineneinsatz für Bodenbearbeitung, Pflege, Ernte; Düngemittel, Spritzmittel) Produkte wie Raps erzeugt und weiterverarbeitet werden. Zwar ist für uns unstrittig, dass fossile Energieträger ersetzt werden müssen. Dennoch muss auch bei regenerativen Energiequellen die Frage gestellt werden, ob ihre energetische und ökologische Bilanz positiv ist. Diese Frage ist z. Z. für das Rapsöl strittig. Besser sieht es für Pflanzen aus, die einen hohen Flächenertrag liefern und in Gänze verwertet werden können (z.B. Energiehölzer: Pappeln und Weiden, Miscantus...für die Heizung).
Parallel zur Diskussion wurden zwei praktische Ansätze umgesetzt. Unser Mitglied Gert Genuit hat 3 Gasheizungen, die 150.000 kW Wärme pro Jahr erzeugt und dabei 30 Tonnen C02 pro Jahr verursacht haben, durch eine Hackschnitzelheizung mit Mininalwärmenetz ersetzt. Jetzt werden Erfahrungen für den optimalen Betrieb und bei der Rekrutierung geeigneten Heizmaterials gesammelt. (Besichtigung im Rahmen des GNU-Veranstaltungsprogramms 2008) Klaus Godt, ebenfalls GNU-Mitglied, initiiert eine Testpflanzung verschiedener Pappelsorten mit dem Ziel, einen möglichst hohen Biomasseertrag unter akzeptablen ökologischen Rahmenbedingungen zu erzielen.
Daneben haben wir unser Projekt, eine Verkehrsberuhigung im Patthorster Forst zu erreichen, weiterverfolgt. Wir haben mit dem Bürgermeister und Anwohnern gesprochen und werden jetzt einen Bürgerantrag stellen, den Schierenweg einzuziehen, d.h. zu sperren. Da hierzu alle Anwohner befragt werden, werden wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Besonders erfreulich hat sich ein Fledermausprojekt entwickelt, das wir bereits 2006 in Gang gebracht hatten. Zusammen mit dem Fledermausexperten des Kreises Gütersloh, Herrn Bierbaum, hatte wir erreicht, dass in einem Waldstück in der Nähe des Schulzentrums Steinhagen einige Höhlenbäume für eine beobachtete Fledermauspopulation erhalten bleiben konnten und Fledermauskästen beschafft wurden. Unser Mitglied Karin Kindt, die an der dortigen Realschule Biologie unterrichtet, hat daran ein Fledermaus-Unterrichtsprojekt angeschlossen. Um erste Informationen über diese Tiere zu erhalten, wurde Herr Bierbaum in den Unterricht eingeladen. Sobald die Witterung es im Frühjahr zuließ, wurden die neuen Fledermauskästen von den Schülerinnen und Schülern mit Unterstützung durch Mitarbeiter aus Kreisumweltamt und Gemeinde angebracht. In einem anschließenden Projekt wird durch regelmäßige Kontrollgänge untersucht, welche Fledermausarten die Kästen nutzen. In dem genannten Waldstück wurde bisher der Große Abendsegler beobachtet. Möglicherweise lassen sich auch noch der Kleine Abendsegler, die Zwergfledermaus, das Braune Langohr und die Wasserfledermaus nachweisen. Parallel zur Betreuung der Fledermauskästen haben die Schülerinnen und Schüler die Besitzer der umliegenden Gärten darüber informiert, wie sie die Lebensbedingungen für die Fledermäuse verbessern können.
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