Landesgartenschau

Rietberg 2008

…und die Gegend war öd und leer,
nur ein paar Kühe kamen hierher.
Da fiel ein paar rührigen Menschen ein:
Die GNU muss vertreten sein,
zweitausendundacht, im Gartenschaujahr.
Man fand die Idee ganz wunderbar.
Das Areal, das man uns zugewiesen,
wird als ideal gepriesen.
Welcher Besucher es auch sei,
an den Beeten am Torfweg muss jeder vorbei.

Umgehend wird ein Plan erstellt,
der allen Betrachtern sofort gefällt.
Ein naturnaher Garten soll es sein,
in dem sich Bienen und Hummeln freu’n.
Eine Pflanzenliste wird konzipiert
und mehr oder weniger diskutiert,

wie unter Gartenfreunden üblich.
Dieser Vorgang an sich ist nicht betrüblich,
denn Leute, die jedes Blümlein benennen
und jedes Bienlein persönlich kennen,
haben aus eigener Blütenpracht
manch Pflänzlein der GNU vermacht.

Zwischen Schulareal und Imkergelände
arbeiten bald schon zahlreiche Hände.
Da wird geschaufelt, gegraben, planiert,
gehackt, geharkt und melioriert,
nur wenige Leute mit Ahnung leiten
umfangreiche Erdarbeiten,
die weitgehend per Hand geschehen,
schweres Gerät wird nicht gesehen.

Die Pflanzaktion selbst wird zum Abenteuer,
denn der Arbeitseifer ist ungeheuer.
Ein Haufen Leute stehen und warten.
Und alle wollen gleichzeitig starten!

 

 

Das Anfangschaos ist zum Glück nicht geblieben,
 - wie schon in der Genesis beschrieben –
denn gewisse Leute beherrschen gekonnt
die Logistik an der Arbeitsfront.
Lust und Laune steigen gar an,
die Stimmung wird fast mediterran.

Natürlich sind kleinere Pannen passiert,
nicht jeder Mensch ist botanisch versiert,
so werden Pflänzchen rausgerissen,
die Helfer dann anderswo vermissen.
Wo so mächtiger Tatendrang waltet,
wird der Pflanzplan geringfügig umgestaltet.
Doch die Arbeit hat großen Spaß gemacht,
und an Samstagen wird viel gelacht
bei Brötchen, Kuchen, Kaffee und Tee
tut uns fast überhaupt nichts mehr weh.

Zur Aktion in Rietberg wird einbestellt,
und jeder, der Zeit hat und dem`s gefällt,
kann kommen und dort Pflanzen hegen,
kann jäten, beraten, Kontakte pflegen,
kann Schubkarre fahren und im Lehm rummatschen,
kann hämmern und sägen und mit Gartenfreaks quatschen.
Man erweitert sein botanisches Wissen
und erfährt von Bienen und Hornissen.

Man lernt, wie man Mauern und Zäune baut
Und sieht, wie man sich und sein Auto zusaut.
Wer dort aktiv wird, der erfährt:
Rietberg hat Unterhaltungswert!
Es stören uns nur Kleinigkeiten:
Funktionäre können Kummer bereiten!
Die Regenzeiten sind ein Graus!
Eine Seenplatte breitet sich aus!

Dennoch soll es Leute geben,
die können wohl nie genug Rietberg erleben.
Die bestellen sich selbst schon am Montag ein
und wirken – wenn´s sein muss – auch ganz allein,
die finden´s dort selbst im Landregen toll,
die kriegen den Hals einfach nicht voll.
Diese Halbverrückten – man ahnt es schon –
sind der harte Kern der Gierschfraktion.
Diese Hardcore-Aktiven tun mir nun leid,
weil die Arbeit ruht zur Winterszeit.

Doch wie der Giersch in unserem Garten
sie alle schon das Frühjahr erwarten!
Dann kommen sie raus und blühen auf
und das Spektakel nimmt seinen Lauf.
Frohe Tage wünscht derweil der Verfasser
Und für´s Gartenschaujahr nicht ganz so viel Wasser!!