Bundesverdienstkreuz für Eva Meinerts

Eva Meinerts; Mitbegründerin der GNU, ist am 03.09.07 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen worden, für ihre gestaltende Mitwirkung in Staat und Gesellschaft, ihren Einsatz für eine Schule im Kongo und für ihr Engagement im Naturschutz. Wir zitieren gerne und mit Freude aus der Laudatio von Landrat Adenauer:

„Kinder haben Angst um die Erde“, schreibt Eva Meinerts in ihrem Ratgeber „Das neue Großelternbuch“ und fährt fort: “Tun Sie etwas gemeinsam für den Umweltschutz und zeigen Sie den Kindern, was sie tun können.“ Hinter diesem banal anmutenden Ratschlag steckt die Erfahrung einer Umweltschützerin der ersten Stunde. Das wollen wir einmal näher betrachten:

Als sich vor gut 30 Jahren die ersten Bürgerproteste der GNU im Kreis Gütersloh gegen den radikalen Ausbau der Fließgewässer wie Ems und Wapel artikulierten, sprach das öffentliche Interesse in den Verwaltungen noch für den Gewässerausbau dieser Bachläufe. Etliche der hier Anwesenden werden das aus eigener Anschauung noch wissen. Der behördliche Natur- und Wasserschutz steckte damals noch in den Kinderschuhen. Die GNU hat es mit ihrer fundierten Kritik und der Interaktion vieler Mitbürger verstanden, umweltpolitischen Einfluss zu nehmen und entscheidend dazu beizutragen, dass Gewässerausbau und Flurbereinigung im herkömmlichen Sinne in unserem Kreisgebiet nicht mehr stattfinden. Eine Weggefährtin und Mitstreiterin, die sich gut erinnern wird, ist heute zu Gast: I.D. Fürstin Sissi zu Bentheim Tecklenburg.

Eva Meinerts war Mitbegründerin dieser GNU. Zunächst wirkte sie als stellvertretende Vorsitzende der kreisweit agierenden GNU, bis sie 1981 in den Beirat wechselte. Ihre Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit Behörden, Parteien sowie gesellschaftlichen Gruppen haben die Organisation des Vereins erst ermöglicht. Ihren Fähigleiten ist es zu verdanken, dass damals in Verwaltung, Politik, Medien und Bürgerschaft ein Problembewusstsein für den Umweltschutz erzeugt worden ist. Frau Meinerts hat sich insbesondere bei der Begrenzung der Flurbereinigungsvorhaben hervorgetan, wodurch der Staat beim Gewässerausbau, u.a. beim geplanten Ausbau der Ems, Ausgaben in erheblicher Millionenhöhe vermieden hat. Der Kampf gegen Straßenbauprojekte und Flurbereinigungsverfahren machten aus der „roten Eva“ eine „grüne Eva“. Sie sei grüner gewesen als die Grünen im Kreis, wurde von ihr behauptet. Ganz nett gibt das ein Wahlwerbeslogan wieder, der damals kursierte:“ Eva meint, hier fehlt ein Baum.“

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Die heutige Feierstunde will ihre Leistungen würdigen, Frau Meinerts. Aber sie will noch mehr: Diejenigen teilhaben lassen an der Freude, die sich Weggefährten und Mitstreiter nennen dürfen. Werte Gäste. Jede Lehrerin, jeder Lehrer weiß, Lob und Anerkennung beflügeln nicht nur den oder die Geehrte sondern die ganze Klasse. Also auch jeden von uns, die Nicht-Geehrten.
Sie, Frau Meinerts, haben das alles nicht getan in der Erwartung, dekoriert zu werden, sondern als Dienst für die Gemeinschaft und weil Sie etwas bewegen wollten. Wir sollen uns daran ein Vorbild nehmen!
Sehr geehrte Frau Meinerts, Sie dürfen mit berechtigtem Stolz auf Vieles blicken, das unter Ihrer Hand Gestalt gewonnen hat. Kaum ahnen können wir den Aufwand an Arbeitskraft und Zeit, das Maß der persönlichen Opfer und des Verzichts auf private Wünsche. Oft wird es vielleicht nur der dankbare Blick eines Menschen gewesen sein, der Sie für allen Einsatz entschädigte.
Dank sagt Ihnen, Frau Meinerts, heute in ganz offizieller Form auch unsere staatliche Gemeinschaft.“

Die GNU schließt sich diesem Dank von ganzem Herzen an!