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Hühnermoor Marienfeld Gütersloh



Bäume fällen für den Erhalt


NSG HühnermoorDas 4000 Jahre alte Hühnermoor ist das einzige noch erhaltene Hochmoor im Kreis Gütersloh und hat eine herausragende Bedeutung als Rückzugsraum für die typische Moorvegetation.Der Wassermangel des Hühnermoor wird vor allem von den riesigen Kiefern verursacht.Sie verschatten das Moor, verbrauchen das Wasser und pflanzen sich fort. Ohne Eingreifen wurde die Fläche verwalden. Um diesem entgegenzuwirken, werden seit 2022 verschiedene Maßnahmen von der Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V. durchgeführt.

Da das Hochmoor nur von Regenwasser gespeist wird und der Wasserstand nicht mit dem Grundwasser in Verbindung steht, müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, um das Wasser im Moorkörper zu halten. Das Wasser der nahegelegenen Luther wäre nicht geeignet, da die Belastung durch die angrenzende Landwirtschaft das Gleichgewicht des Moores zerstören würde. Damit sich das Moor langfristig weiterentwickeln kann, war und ist ein Bündel an Maßnahmen erforderlich: Verschließen eines Entwässerungsgrabens, Fällen der am Rand des Moores stehenden Bäume, die mit ihren Wurzeln direkt Wasser aus dem Moorkörper ziehen, und Einbringen von Bulttorfmoosen, die beim Wachstum das Wasser mit in die Höhe über die stauende Schicht hinaus ziehen. Die Wasserstände werden zudem mit einem Messstellennetz überwacht.Ringeln von Kiefern.

Für Naturschützer immer schwer zu akzeptieren ist das Abtöten von gesunden großen Bäumen. Es hat zu diesem Thema auch viele Proteste gegeben, allerdings ist die Flora und Fauna dieses Biotops so wertvoll, dass man sich für den Erhalt entschieden hat.Wenn man die Bäume nicht abtöten würde, würde dieses 4000 Jahre alte Moor verschwinden.Im Winter 2025/2026 wurden am Rand des Hühnermoors in Abstimmung mit dem zuständigen Revierförster Kiefern geringelt. Die Bäume, bei denen ein Teil der Rinde ringsum abgeschält wurde, so dass deren Wasser- und Nährstoffversorgung unterbrochen wird, werden in den nächsten Jahren langsam absterben. Sie tragen dann nicht mehr zur Wasserverdunstung bei und machen Platz für Arten des geschützten Birken-Moorwaldes, z. B. Torfmoose und Wollgräser.  Kiefern kommen hier natürlicherweise nicht vor und wurden vom Menschen aus forstwirtschaftlichen Gründen eingebracht. Die abgestorbenen Bäume werden Arten, die auf Totholz spezialisiert sind, zusätzlichen Lebensraum bieten. Außerdem wäre eine Entnahme nicht ohne erhebliche Beschädigungen des Bodens möglich gewesen, denn der Moorwald steht auf Hochmoortorf, der bestenfalls bis an die Oberfläche nass und extrem verdichtungsempfindlich ist.