Steinkohlekraftwerk in Herne
GNU-Protest gegen die geplante Beteiligung der Stadtwerke Gütersloh an einem Steinkohlekraftwerk in Herne: Keine Kohle für die Kohle!
"Herne ist ferne" und deshalb hat die Öffentlichkeit bisher auch kaum Notiz davon genommen. Aus den Augen aus dem Sinn!? Die Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz (GNU) meint: "Nein"! ... und forschte vor Ort nach.
Ergebnis: In Herne und Umkreis lässt das Vorhaben der Fa. STEAG die betroffenen Menschen nicht kalt. Gegen eine Erweiterung des Kraftwerks sind 28 Einwändungen von Verbänden und Bürgern bei der Bezirksregierung Arnsberg eingegangen. So wird u.a. bemängelt, dass die vorgesehene Abgasreinigung nicht dem neusten Stand der Technik entspricht und z.B. große Mengen Staub, Stickoxide sowie Schwermetalle und Dioxine ausgestoßen werden. Es wird auch befürchtet, dass Grenzwerte maximal ausgeschöpft oder überschritten werden.
Würde der 180m hohe und an der Öffnungsmündung 67 m breite Kühlturm, über den auch die Abgase des geplanten Kraftwerksblocks abgeleitet werden sollen, hier errichtet werden, liefen die Menschen in Gütersloh wahrscheinlich Sturm dagegen. Denn wer möchte schon permanent feinste belastete Schwebstoffe (Aerosole) einatmen oder im Schatten des Kühlturms (450m-Radius) bzw. unter einer kilometerlangen Wolke aus Abgasen und Wasserdampfschwaden wohnen.
Außerdem stößt - entgegen den Beteuerungen, dass es sich um eines der modernsten Kohlekraftwerke Europas handeln soll - der Kraftwerksblock eine enorme Menge der klimaschädlichsten Treibhausgase, insbesondere von CO2 aus.
Der Klimawandel dokumentiert uns deutlich, dass es vorrangigstes Ziel sein muss, regenerative Energien zu forcieren. Umso unverständlicher ist es, dass die Stadtwerke Gütersloh sich für 40 bis 50 Jahre an einem Kohlekraftwerk beteiligen wollen, das klimapolitisch betrachtet ein Dinosaurier ist und obendrein ein unkalkulierbares finanzielles Risiko darstellt.
Mit dem geplanten Schritt der Stadtwerke steht zu befürchten, dass die bisherigen Erfolge und das positive Image, das die Stadt Gütersloh in Sachen Klimaschutz in der Öffentlichkeit hat, nachhaltig geschädigt werden. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Erderwärmung, ihre dramatischen Folgen und mögliche Konsequenzen ist das geplante Vorhaben der Stadtwerke Gütersloh die falsche Weichenstellung und aus Sicht der GNU kategorisch abzulehnen!
Gegen die geplante Beteiligung der Stadtwerke Gütersloh am Ausbau des Steinkohlekraftwerks der STEAG in Herne fand deshalb am Freitag, den 23. Februar 2007 ein Protestmarsch verschiedener Umweltverbände in Gütersloh durch die Königstraße über den Berliner Platz und die Berliner Straße bis zum Rathaus statt.
Kontaktperson: Ingo Achtelik, fon 05241-79840
Stellungnahme des BUND vom 11.12.2006 zum geplanten Ausbau des Steinkohlekraftwerks in Herne » mehr (Download PDF, 121 kb)

Seitenanfang