Vogelbeobachtungen im Kreis Gütersloh 2004
Auffällig im Jahr 2004 war zur Brutsaison das häufigere Auftreten von Vogelarten, die es warm und trocken mögen. So haben wir bei Goldammern, Feldlerchen, Kuckucken, Rebhühnern, Grauschnäppern und Dorngrasmücken bis zur doppelten Anzahl an Revieren kartiert. Ob der vergangene Sonnensommer hier seine erfreulichen Nachwirkungen zeigte? Der feuchtkühle Sommer 2004 wird die Erwartungen aber enttäuscht haben, was sich auch an einem ungewöhnlich frühen Abzug einiger Arten erkennen ließ.
Im Herbst und Winter sorgten seltene Gäste, wie die Seidenschwänze, aus Nord- und Osteuropa für schöne Beobachtungen.
Dass auch vor der eigenen Haustür noch echte Überraschungen zu entdecken sind, zeigt der erstmalige Nachweis von sechs Mittelspechtrevieren im Südwesten des Kreises Gütersloh. Diese seltene Vogelart mit den weltweit größten Beständen in der BRD ist sowohl im Land als auch in Europa stark gefährdet. Mehr zu dieser sensationellen Entdeckung auf den nächsten Seiten.
Ein weiteres Beispiel für eine erfreuliche Entwicklung ist die Eroberung der Ackerlandschaft durch die hübsche Schafstelze. Durch Anpassung an die Struktur und Fruchtfolge ist es ihr gelungen, auf weitflächigen Getreide- und Kartoffeläckern Fuß zu fassen und ihre Population erheblich zu vergrößern. Ihre Erfolgsgeschichte versuchen wir im Heft nachzuzeichnen.
Ob auch die erste Handaufzucht von Eisvogeljungen in ihrer Brutröhre erfolgreich gewesen ist, schildert Gerhard Brechmann in seiner spannenden Geschichte.
Viel Freude beim Vogel-Beobachten wünscht
der GNU-Arbeitskreis Ornithologie
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