GNU

Nahrung für Insekten







Aussaat und Pflegeanleitung-Blühwiesen – PDF Download


Aussaat und Pflegeanleitung Acker-Blühstreifen – PDF Download



Dalkerenaturierung Ruhenstroth in Gütersloh

Der Erhalt der Biologischen Vielfalt als Teil der Schöpfung ist ein zentrales umweltpolitisches Ziel. Besonders die menschliche Nutzung der Landschaft hat über Jahrhunderte dazu beigetragen, die Biodiversität durch Gestaltung und Pflege unserer Kulturlandschaft zu erhalten und zu erhöhen. Doch seit Mitte des letzten Jahrhunderts nimmt die biologische Vielfalt in Deutschland ab, so dass inzwischen viele wild lebende Arten und die natürlichen Ökosysteme in ihrer Existenz oder dauerhaften Funktionsfähigkeit akut bedroht sind.

Im Sommer 2018 wurden umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen auf einer Gesamtfläche von etwa 3 ha an der Dalke, Bereich Ruhenstroth in Gütersloh-Sundern, vorgenommen. Ein vormals gerades Stück der Dalke erhielt zwei neue Schlenken. Auf dem Ostteil der Fläche wurde der Acker-Mutterboden komplett abgetragen. Anschließend wurden auf fünf unterschiedlichen Teilarealen Begrünungsmaßnahmen durchgeführt. Auf zwei kleineren Teilflächen wurden im Sommer 2018 Wildblumeneinsaaten vorgenommen.

Für die zwei nachfolgenden Jahre (2019 + 2020) erhielt die GNU vom Grünflächenamt der Stadt Gütersloh den Auftrag, im Rahmen einer Monitoringstudie, die Entwicklungen der Flächen wissenschaftlich zu begleiten Ziel und Aufgabe dieser Kartierungsarbeiten war eine aktuelle Bestandsaufnahme der Tagfalter- und Stechimmenarten auf vier angelegte Teilflächen. Zu den Stechimmen gehören zum Beispiel die Honigbienen, die solitären Wildbienen, die Hummeln, die Echten Wespen und die Grabwespen. Geplant wurden für die Jahre 2019 und 2020 jeweils vier Begehungen und Kartierungsarbeiten in der Zeit von Ende April/Anfang Mai bis Ende August. Anhand der erhobenen Daten wurde abschließend ein Bericht mit Einschätzungen der Effizienz auf die zwei untersuchten Insektengruppen vorgenommen. Im Jahr 2020 wurde weiterhin mit den Kartierungsarbeiten von Heuschrecken, Libellen und nachtaktiven Schmetterlingen begonnen.

In den Untersuchungsjahren 2019 und 2020 wurden insgesamt 24 Tagfalter- und 84 Stechimmenarten be¬obachtet und kartiert. Davon stehen fünf Tagfalter und 16 Stechimmenarten auf der Roten Liste NRW. Bei den Heuschrecken wurden im ganzen Renaturierungsgebiet 17 Arten festgestellt, davon stehen fünf Arten auf der Roten Liste NRW. Bei den Libellen wurden 18 Arten beobachtet, wovon zwei auf der Roten Liste NRW geführt werden. Obwohl mit den Kartierungsarbeiten der Nachtfalterfauna erst Ende Juli begonnen wurden, konnten bereits 168 Arten angetroffen werden. 33 Arten davon stehen auf der Roten Liste NRW. Im ganzen Untersuchungszeitraum (2019 und 2020) wurden 62 Rote Liste Arten kartiert.

Wie die Ergebnisse zeigen, haben sich die offenen Rohbodenflächen und die Röhrichtbiotope an den Blänken und Senken sehr gut entwickelt. Interessierte können sich den ganzen Monitoringbericht als PDF-Datei herunterladen:

Bericht-Monitoring Dalke-Ruhenstroth 2021 – PDF Download


Bericht-Monitoring Dalke-Ruhenstroth 2020 – PDF Download



Abschlussbericht-Monitoring 2019 – PDF Download



Zu der Frage „Was kann man gegen das Insektensterben tun?“ lud die Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz (GNU) im Januar Vertreter der Landwirte im Kreis Gütersloh ein. Spontan wurde ein runder Tisch Artenschutz gegründet mit dem Ziel, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, die Lebensbedingungen für Insekten nachhaltig zu verbessern und sich dabei mit Rat und Tat zu ergänzen. Zunächst sollen in den nächsten 5 Jahren Erfahrungen mit verschiedenen Blühmischungen gesammelt werden. Dabei soll geklärt werden, wie sich solche Maßnahmen in die landwirtschaftliche Praxis integrieren lassen und wie sie sich auf den Bestand von Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen & Co. auswirken. Für eine wissenschaftliche Begleitung konnte die GNU anerkannte Insektenkundler gewinnen. Nach einem Aufruf durch Andreas Westermeyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh, erklärten sich umgehend 21 Landwirte bereit, insgesamt 30.000 qm Flächen für dieses Projekt zur Verfügung zu stellen. Die Aussaat ist abgeschlossen. Nun hoffen alle, dass möglichst viele der unterschiedlichen Blumen- und Kräutersamen aufgehen und Insekten Pollen und Nektar spenden und Menschen durch ihren Anblick erfreuen. Gekennzeichnet werden die Flächen bald mit Hinweisschildern mit der Bitte, die Blumen nicht zu pflücken. Dieses Projekt wird als erster Schritt für weitere Kooperationen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft sowie weiteren Partnern, zum Beispiel Gartenbesitzern und Kommunen, gesehen.



Landwirte und GNU säen Blühmischungen für Insekten aus